Landschaftspfleger auf vier Beinen

Ein Teil des Truppenübungsplatzes der ehemaligen Osteroder Kaserne gehört zum Eigentum der Firma Rump & Salzmann. Es handelt sich hierbei zum Teil um ein Naturschutzgebiet in direkter Nachbarschaft zur Abbaustätte. Die Magerrasenstandorte gilt es zu pflegen. Um ein Verbuschen der Weiden zu vermeiden, kommen Schafe und Ziegen der Klosterschäferei Wiebrechtshausen ins Spiel. Das Offenhalten der Flächen hat aus Aspekten des Nachturschutzes einen hohen Stellenwert. Rund 400 Schafe – eine der drei Herden der Klosterschäferei – kommen jährlich ihrem Job als „Landschaftspfleger auf vier Beinen“ nach, und sorgen mit ihrer Beweidung für eine außerordentliche Artenvielfalt. Die Schafe halten die Grasnarbe kurz, die Ziegen bekämpfen die Verbuschung. Sie alle tun dem Boden durch ihre Huftritte gut und düngen ihn durch ihre Exkremente. Dies ist die natürlichste Form, für pflanzliche Artenvielfalt zu sorgen, was wiederum auch den Insekten guttut.

Die Feinde der Weidehaltung, wie Luchs und Wolf, können durch die Herdenschutzhunde Henning und Boss ferngehalten werden. Die Unterhaltung solcher Hunde ist ein kostspieliges Unterfangen. Die Ausbildung, Pflege und vor allem die Futterkosten nehmen einen nicht unwesentlichen Betrag ein. Rump & Salzmann unterstützt die Haltung der Herdenschutzhunde.

Die Beweidung der Flächen ist essenziell für den Erhalt des Naturschutzgebietes in seinem jetzigen Zustand. Hin und wieder muss jedoch auch schweres Gerät eingesetzt werden, um den Schwarzdorn Einhalt zu gebieten. Wenn die Ziegen nicht mehr gegen die Hecken ankommen, wird ein Forstmulcher gegen die Wurzelausschläge eingesetzt. So wird die Offenhaltung des ehemaligen Truppenübungsplatzes gewehrleistet, das Naturschutzgebiet erhalten und weiterentwickelt.

Nach getaner Arbeit im Spätherbst zieht der Wanderschäfer mit seinen Herden nach Wiebrechtshausen und Berka, wo die Schafe den Winter in einem geschützten Stall verbringen. Hier können Sie in Ruhe ihre Lämmer gebären und warten auf die nächste Saison bei Rump & Salzmann.

Wertvolle Biotope nach dem Abbau

Die Herrichtung ist die Außerbetriebnahme von ausgesteinten Flächen im Tagebau. Hierbei werden unterschiedlichste Endzustände angestrebt. Von der Verfüllung, über eine Teilverfüllung bis zum offen lassen der Grundsohle gibt es viele Möglichkeiten. Durch diese verschiedenen Varianten werden diverse Lebensräume geschaffen.

Die mit Abraum (die Erde, die zuvor das Gestein überlagerte) verfüllten Bereiche sind oft sehr nährstoffarm und rufen ein ganz eigenes Spektrum der Artenvielfalt hervor. Die Bereiche, in denen die Gesteinssohle offen liegen bleibt, verwittern über die Zeit und können so zu Magerrasenstandorten entwickelt werden, welche ökologisch sehr wertvoll sind. Wieder andere Bereiche werden mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Steilhänge und Abbruchkanten dienen dem Uhu und anderen Vogelarten als Niststätte. Auch Fledermäuse können sich hier in den Felsspalten niederlassen. In anderen Teilen werden Gewässer angelegt, die nur zeitweise Wasser führen und somit vielen Insektenlarven und Amphibien eine gute Entwicklungsmöglichkeit bieten, da sich keine Fische etablieren können. So entsteht in ehemaligen Abbaustätten eine ausgeprägte Biodiversität.

In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte belegt werden, dass ein rekultivierter Steinbruch wegen der hohen Artenvielfalt für den Naturschutz besonders wertvoll ist. Die Rohstoffgewinnung im Tagebau bringt daher nicht nur negative Aspekte mit, ganz im Gegenteil: Zum Teil werden Lebensräume für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten geschaffen. Unser Anliegen ist es daher den Abbau so effizient wie möglich zu gestalten und im Gegenzug dem Naturraum eine artenreiche und vielfältige Kulisse zu hinterlassen.

Ausgleichsmaßnahmen für den Tagebaubetrieb

Ein Tagebaubetrieb bedingt, bestehende Äcker, Wiesen und Wälder vorübergehend abzubauen, um an die Vorkommen im Untergrund zu gelangen. Diese Tatsache lässt sich nicht wegdiskutieren. Umso wichtiger ist für uns ein angemessener und über den gesetzlichen Rahmen hinaus gehender Ausgleich für diesen Eingriff in die Natur vorzunehmen. Die dem Tagebau folgende Herrichtung für die Natur ist ein Aspekt. Im Zuge des Abbaus sorgen wir uns zudem um die Erhöhung der Artenvielfalt auf Flächen außerhalb des Steinbruchs. Hierbei geht es darum den momentanen Zustand einer Ausgleichsfläche dauerhaft zu verbessern und so die Vielfältigkeit zu erhöhen.

Rump & Salzmann ist in Besitz mehrere Streuobstwiesen, die im Frühjahr zur Obstblüte ihre volle Pracht zeigen. Aber auch im Verlauf des Jahres beheimaten sie viele seltene und bedrohte Tierarten. Diese alten Streuobstwiesen werden von uns gepflegt, sodass wir hier große Erfolge bei der Zusammensetzung der vorkommenden Tier- und Pflanzenwelt erzielen konnten.

Vorhandene Nadelwälder wurden von uns mit vielfältigen Baumarten aufgeforstet. Durch den Artenreichtum an Gehölzen wird der Zukunftswald nicht nur widerstandsfähiger gegenüber Klima- und Umweltveränderungen, auch der Artenreichtum an Lebewesen nimmt durch die vielen verschiedenen Baum- und Buscharten zu.

Außerdem führen wir die Extensivierung von Wiesen und Weiden durch. Dabei verzichten wir auf Düngemittel. Unsere Grünlandflächen werden zumeist ausschließlich beweidet. Der Verzicht auf den Einsatz mineralischer Düngemittel sorgt für einen Rückgang der Hochertragsgräser. Ein größerer Reichtum an Kräutern und Gräsern kann sich etablieren und eine bunte Mischung an Pflanzen, Klein- und Kleinstlebewesen ist das Resultat.

Feuchtbiotope wie kleine Tümpel beheimaten oft eine Vielzahl von Lebewesen und Pflanzen. Oftmals trocknen sie im Sommer aus und sind nicht selten im Winter bis auf den Grund gefroren, wodurch sich keine Fische etablieren können. Diese Umstände geben Amphibien und Insektenlarven die Chance sich zu entwickeln. Aufgrund der Seltenheit solcher Gegebenheiten hat Rump & Salzmann in den letzten Jahren mehrere kleine Tümpel angelegt. Die großen Maschinen aus dem Steinbruch lassen sich auch wunderbar für den Naturschutz einsetzen.

Hier beschriebenes stellt nur einen kleinen Strauß unserer vielfältigen Naturschutzprojekte dar. Gerne können Sie uns kontaktieren und im persönlichen Austausch mehr erfahren.

Nachhaltige Energiegewinnung mit Photovoltaik:

Um einen Teil unseres Energiebedarfs umweltfreundlich und effizient zu decken, setzen wir auf innovative Photovoltaik-Lösungen rund um unseren Steinbruch. Unsere Photovoltaik-Anlagen umfassen verschiedene Ideen, die optimal auf die Gegebenheiten vor Ort abgestimmt sind:

  • PV-Anlagen auf Dächern: Ungenutzte Dachflächen werden effizient genutzt, um Sonnenenergie in Strom umzuwandeln.

  • Fassaden-PV-Anlagen: Die Südwand der Werkstatt wird aktiv in die Energieerzeugung integriert und verbindet Funktionalität mit modernem Design.

  • PV-Carports: Diese bieten nicht nur Schutz für Fahrzeuge, sondern erzeugen gleichzeitig saubere Energie auf ohnehin versiegelten Flächen.

  • Senkrecht stehende Freiflächenmodule: Auf einem ehemaligen Abbaugebiet, sorgen diese Module für eine platzsparende und effiziente Energiegewinnung. Zwischen den Modulreihen können wir die Naturschutzflächen weiterhin pflegen, oder durch die Schafe pflegen lassen. Energiegewinnung und Naturschutz wird so auf derselben Fläche fokussiert.

Unser Ziel: Nachhaltigkeit und Eigenstromerzeugung

Durch die Nutzung von Photovoltaik reduzieren wir nicht nur unsere Abhängigkeit von externen Energiequellen, sondern leisten auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Jede Kilowattstunde, die wir selbst erzeugen, spart wertvolle Ressourcen und senkt den CO₂-Ausstoß. Nur ein kleiner Anteil des erzeugten Stroms wird, bei geringer Maschinenauslastung, ins Netz eingespeist. Mit dieser nachhaltigen Energiegewinnung setzen wir ein Zeichen für die Zukunft und zeigen, wie Industrie und Umweltschutz Hand in Hand gehen können.